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Fotografiere mehrere Seiten bei neutralem Licht. Notiere Farbe, Korngröße, Gefüge, Schichten, Poren, Kristallflächen und Bruch. Farbe allein ist fast nie eindeutig.

Beobachten · eingrenzen · vergleichen
Eine gute Steinbestimmung beginnt nicht mit einem geratenen Namen. Sie verbindet mehrere sichtbare und messbare Merkmale zu einer nachvollziehbaren Arbeitshypothese – und nennt klar, wo eine Laboranalyse nötig bleibt.
Fotografiere mehrere Seiten bei neutralem Licht. Notiere Farbe, Korngröße, Gefüge, Schichten, Poren, Kristallflächen und Bruch. Farbe allein ist fast nie eindeutig.
Härte, Strich, Dichte, Magnetismus und gegebenenfalls eine fachgerecht geplante Säureprobe beantworten unterschiedliche Teilfragen. Beginne immer mit der mildesten Methode.
Vergleiche mindestens zwei plausible Kandidaten direkt. Entscheidend sind die Unterschiede: etwa Spaltbarkeit statt Bruch, Korngefüge statt Glas oder eine echte biologische Struktur statt Konkretion.
VOM AUSSEHEN ZUM NÄCHSTEN TEST
Wähle eine konkrete Fundfrage. Die Prüflisten helfen beim Eingrenzen und führen zu passenden Vergleichen sowie zum interaktiven Bestimmer.
Weiße Punkte in schwarzem Stein: Einsprenglinge, helle Körner oder gefüllte Poren? Gefüge vergleichen und Basalt, Gabbro oder Schlacke eingrenzen.
Goldene Punkte im Stein prüfen: Metallglanz, Würfel, dünne Blättchen und Beleuchtung vergleichen. Pyrit und Glimmer von einem Goldverdacht trennen.
Schweren schwarzen Fund prüfen: Dichte messen, Magnetismus getrennt notieren und Magnetit, Hämatit, Gestein oder technische Schlacke vergleichen.
Glänzenden schwarzen Stein eingrenzen: Glasglanz, Metallglanz, Poren, Bruch und helle Rinde prüfen. Obsidian, Feuerstein und Schlacke vergleichen.
Glitzer im Stein erklären: dünne Blättchen, körnige Kristallflächen und Metallpunkte unterscheiden. Mit Drehversuch und Gefügevergleich.
Kristalle im Stein: Hohlraum, Wand, Quarz oder Calcit prüfen. Geode und offene Druse unterscheiden, ohne den Fund aufzuschlagen.
Weiße Adern im Stein unterscheiden: Rissfüllung, Quarz, Calcit oder helle Gesteinsbänder. Form, Grenzen und vorhandene Bruchflächen prüfen.
Rote Steine mit dunklen Flecken: Kristalle, Bruchstücke oder Überzug? Granit, porphyrisches Gestein und eisenverfärbte Steine unterscheiden.
Löchrigen Stein prüfen: Porenform, Gewicht, Glasfluss und Fundkontext vergleichen. Basalt, Bims, Schlacke und Baustoff abgrenzen.
Gebänderten Stein bestimmen: gebogene feine Lagen, Mineralkornbänder und Sedimentschichten unterscheiden. Achat, Gneis und Sandstein vergleichen.
Rostbraune Kruste am Fund prüfen: Überzug und Kern unterscheiden, Eisenoxide einordnen und Beschichtung von einer Erzbestimmung trennen.
Schwarzes farnartiges Muster im Stein prüfen: mineralische Dendriten von möglichen Pflanzenresten unterscheiden. Form, Fläche und Fundkontext ansehen.
| Beobachtung | Nächste Frage | Passende Hilfe |
|---|---|---|
| Sichtbare Körner | Ungeordnetes Mosaik oder gerichtete Bänder? | Bänder und Körner prüfen |
| Glanz oder Lichtpunkte | Blättchen, Kornflächen oder Metall? | Glitzer einordnen |
| Hohlräume | Viele Gasporen oder Kristalle an einer Wand? | Poren vergleichen · Kristallhohlräume prüfen |
| Ungewöhnliches Gewicht | Dichte gemessen oder nur vermutet? | Dichte mit Fehlergrenzen prüfen |
Direkt weitermachen
Foto oder Merkmale prüfen und passende Kandidaten mit offenen Fragen erhalten.
Öffnen →Steckbriefe und Eigenschaften direkt nebeneinanderstellen.
Öffnen →Alle vorhandenen Eigenschaftsdaten durchsuchen.
Öffnen →Transparenz, Kristallform, Härte, Bruch und mögliche Glasmerkmale gemeinsam prüfen.
Öffnen →Härte, Glanz, Strich, Spaltbarkeit, Bruch und weitere Tests verstehen.
Öffnen →Magmatite, Sedimentite und Metamorphite direkt nachschlagen.
Öffnen →Minerale und Edelsteine nach Namen und Merkmalen durchsuchen.
Öffnen →Steinbestimmung im Lexikon
8 passende, frei zugängliche Steckbriefe mit Kurzantwort, Merkmalen, Vergleichen und Quellen.
Betrachte eine vorhandene frische Trennfläche im Streiflicht. Gebogene, schalenförmige Linien sprechen für muscheligen Bruch; wiederholt ebene, parallele Flächen eher für Spaltbarkeit.
Eintrag lesen →BestimmungsmethodeWiege die trockene Probe in Gramm, bestimme ihr Volumen in Kubikzentimetern durch Wasserverdrängung und rechne Masse geteilt durch Volumen. Bei porösen, löslichen oder wasserempfindlichen Stücken ist diese Methode ungeeignet.
Eintrag lesen →Optisches BestimmungsmerkmalGlitzert dein Stein nur in einzelnen Punkten, betrachte die blinkenden Körner mit einer Lupe: dünne spaltbare Blättchen können Glimmer sein, messinggelbe kantige Körner Pyrit und glasige helle Körner Quarz oder Feldspat. Glänzt dagegen eine ganze Fläche, beschreibst du deren Glanzart. Erst Strichfarbe, Härte, Spaltbarkeit, Gefüge und Fundkontext grenzen die Kandidaten belastbar ein.
Eintrag lesen →BestimmungsmethodePrüfe zuerst, ob ein kleiner Magnet stark und flächig oder nur punktuell anzieht. Kombiniere das Ergebnis mit Strichfarbe, Poren, Rost oder Metall, Dichte und Fundort. Ein schwarzer Strich plus starke Reaktion passt zu Magnetit; viele Blasen oder glasige Schmelzspuren sprechen eher für Industrieschlacke. Ein Meteorit bleibt selten und lässt sich mit einem Magnettest allein nicht bestätigen.
Eintrag lesen →BestimmungsmethodeTeste vorsichtig an einer unauffälligen, frischen Stelle: Hinterlässt ein Prüfmaterial eine bleibende Furche statt nur Abrieb, ist es härter als die Probe. Wiederhole den Vergleich in beide Richtungen und kombiniere ihn mit weiteren Merkmalen.
Eintrag lesen →Karbonat-Nachweis am GesteinEin Tropfen Haushaltsessig auf wenig Material einer bereits beschädigten, frischen Stelle kann bei calcitreichem Gestein feine Kohlendioxid-Bläschen zeigen. Eine deutliche Reaktion stützt den Verdacht auf Karbonat, beweist aber keinen einzelnen Mineralnamen. Keine Reaktion mit schwachem Essig schließt Dolomit oder wenig Karbonat nicht sicher aus; Labor-Salzsäure gehört nicht in einen Heimtest.
Eintrag lesen →BestimmungsmethodeSuche nach mehreren glatten, parallelen Flächen, die sich im Stück wiederholen. Ein zufälliger glatter Bruch reicht nicht: Spaltflächen folgen festen Richtungen und treten bei geeigneten Kristallen immer wieder auf.
Eintrag lesen →BestimmungsmethodeZiehe eine frische Kante mit wenig Druck über eine unglasierte Strichtafel. Beurteile die Farbe der zurückbleibenden Pulverlinie – nicht eine bloße Kratzspur in der Platte und nicht die äußere Farbe des Minerals.
Eintrag lesen →Häufige Fragen
Ein Foto kann Farbe, Form und Gefüge zeigen, reicht aber häufig nicht aus. Härte, Dichte, Bruch, Magnetismus und Fundkontext liefern weitere unabhängige Merkmale.
Es gibt selten ein einziges Leitmerkmal. Bei Gesteinen ist das Gefüge oft der beste Start; bei Mineralen sind Härte, Glanz, Strich und Spaltbarkeit besonders hilfreich.
Bei wertvollen, behandelten, synthetischen, sehr ähnlichen oder möglicherweise gefährlichen Proben können Sichtprüfung und einfache Tests keine sichere Bestimmung liefern.