
Bestimmungsmethode · STEINREICH-LEXIKON
Spaltbarkeit bei Mineralien erkennen und beschreiben
Spaltbarkeit beschreibt die Neigung eines Minerals, entlang bestimmter kristallographischer Ebenen zu brechen. Anzahl, Qualität und Winkel der Flächen können ein wichtiges Bestimmungsmerkmal sein.
Spaltbarkeit: das wichtigste Merkmal
Suche nach mehreren glatten, parallelen Flächen, die sich im Stück wiederholen. Ein zufälliger glatter Bruch reicht nicht: Spaltflächen folgen festen Richtungen und treten bei geeigneten Kristallen immer wieder auf.
Im Themenfeld weiterdenken
Diamant besitzt trotz Mohshärte 10 vollkommene Spaltbarkeit, Topas eine vollkommene Richtung und Halit drei kubische Richtungen. Mondstein und anderer Feldspat zeigen zwei Richtungen, während Quarz typischerweise muschelig bricht.
Spaltflächen als räumliches Muster
Eine Spaltrichtung erzeugt zwei parallele Flächen, nicht zwei verschiedene Richtungen. Glimmer besitzt eine sehr vollkommene Spaltbarkeit in einer Richtung und lässt sich in dünne Blättchen teilen. Feldspäte zeigen meist zwei Richtungen, die sich ungefähr rechtwinklig schneiden.
Calcit besitzt drei deutliche Spaltrichtungen, die keinen rechten Winkel bilden. Dadurch entstehen rhomboederähnliche Fragmente. Solche Winkelbeziehungen sind oft aussagekräftiger als Farbe oder Kristallform.
Spaltbarkeit oder Kristallfläche?
Eine gewachsene Kristallfläche bildet die äußere Form eines Kristalls. Eine Spaltfläche entsteht erst beim Trennen und kann sich im Inneren parallel wiederholen. Beide können glatt und glänzend sein, weshalb mehrere Kanten und Flächen betrachtet werden sollten.
Bei kleinen Körnern im Gestein sind Spaltflächen oft nur als kurze Lichtreflexe sichtbar. Drehe die Probe unter einer Lampe: Blitzen viele parallele Flächen gleichzeitig auf, kann das eine gemeinsame Spaltrichtung anzeigen.
Beobachten, ohne die Probe zu zerstören
Vorhandene Bruchkanten reichen meist aus. Ein Mineral absichtlich zu zerschlagen ist riskant, beschädigt die Probe und kann scharfe Splitter oder Staub erzeugen. Schutzbrille und fachgerechte Arbeitsweise sind bei notwendigen Präparationen unverzichtbar.
Nicht jedes Mineral spaltet gut. Quarz bricht typischerweise muschelig, obwohl einzelne Flächen glatt wirken können. Beschreibe daher immer auch Härte, Glanz und Bruch, bevor du aus einer Fläche einen Mineralnamen ableitest.
Weiter prüfen.
Für die fachliche Einordnung wurden öffentlich zugängliche Lehrmaterialien herangezogen. Die Links führen zu den jeweiligen Originalquellen.
- Freie Universität Berlin: MineralbestimmungMakroskopische Kriterien wie Härte, Strich, Glanz, Bruch und Spaltbarkeit↗
- LMU München: Gesteinsansprache im GeländeSystematische Beschreibung und Unterscheidung der drei Gesteinsgruppen↗
Makroskopische Merkmale grenzen eine Probe ein, ersetzen aber keine Laboranalyse. Hinweise auf Fehler kannst du über die Kontaktseite melden.