
Carbonatmineral · STEINREICH-LEXIKON
Calcit bestimmen: Härte, Spaltbarkeit & Säurereaktion
Calcit ist Calciumcarbonat und eines der wichtigsten Minerale in Kalkstein und Marmor. Es ist relativ weich, spaltet in rhomboedrische Formen und reagiert deutlich mit verdünnter Säure.
Calcit: das wichtigste Merkmal
Lässt sich das Mineral mit einem Messer ritzen, zeigt mehrere glatte Spaltflächen und schäumt an einer frischen Stelle mit geeigneter verdünnter Säure, passt die Kombination gut zu Calcit.
Im Themenfeld weiterdenken
Ordne den Befund mit dem geologischen Säuretest weiter ein: Dolomit reagiert meist schwächer, während Kalkstein häufig stark von Calcit geprägt ist. Gips und Halit besitzen andere Härte- und Spaltmerkmale.
Mehr als nur ein weißes Mineral
Reiner Calcit ist farblos oder weiß, kann durch Einschlüsse und Gitterfehler aber nahezu jede Farbe annehmen. Deshalb ist die Farbe ein schwaches Diagnosemerkmal. Häufiger sind glasiger bis perlmuttartiger Glanz und gut entwickelte Spaltflächen hilfreich.
Calcit besitzt keine würfelige Spaltung. Seine drei Spaltrichtungen treffen sich in schiefen Winkeln und erzeugen Rhomboeder. Klare Kristalle können eine auffällige Doppelbrechung zeigen.
Härte und Säurereaktion
Mit Mohshärte 3 lässt sich Calcit von einer Kupfermünze oder einem Messer meist ritzen und ritzt gewöhnliches Glas nicht. Der weiße Strich bleibt auch bei farbigen Varietäten erhalten.
Verdünnte Salzsäure setzt an frischem Calcit sichtbar Kohlendioxid frei. Säuretests gehören nur in sachkundige Hände, mit Schutzbrille und an einer unauffälligen Stelle. Unbekannte Fundstücke sollten nicht wahllos chemisch behandelt werden.
Calcit, Quarz oder Dolomit?
Quarz ist deutlich härter, besitzt keine gute Spaltbarkeit und bricht muschelig. Calcit zeigt dagegen glatte Spaltflächen und ist leichter zu ritzen.
Dolomit kann ähnlich aussehen, reagiert auf kalte verdünnte Säure an einer unverletzten Fläche aber meist schwächer. Pulver oder eine frische Kratzstelle reagieren stärker, sodass die Trennung im Handstück nicht immer eindeutig ist.
Weiter prüfen.
Für die fachliche Einordnung wurden öffentlich zugängliche Lehrmaterialien herangezogen. Die Links führen zu den jeweiligen Originalquellen.
- Freie Universität Berlin: MineralbestimmungMakroskopische Kriterien wie Härte, Strich, Glanz, Bruch und Spaltbarkeit↗
- Ruhr-Universität Bochum: Gesteine und MineraleKursmaterial zu gesteinsbildenden Mineralen und wichtigen Diagnosemerkmalen↗
Makroskopische Merkmale grenzen eine Probe ein, ersetzen aber keine Laboranalyse. Hinweise auf Fehler kannst du über die Kontaktseite melden.