
Silikatgruppe · STEINREICH-LEXIKON
Feldspat bestimmen: Härte, Spaltung & Plagioklas-Streifen
Feldspäte sind eine große Mineralgruppe und die häufigsten Minerale der Erdkruste. Typisch sind Mohshärte etwa 6 und zwei gute Spaltrichtungen, die annähernd rechtwinklig aufeinandertreffen.
Feldspat: das wichtigste Merkmal
Ein helles, blockiges Mineral mit zwei glatten Spaltrichtungen und einer Härte um 6 passt zu Feldspat. Feine parallele Streifen auf einer Spaltfläche können für Plagioklas sprechen.
Im Themenfeld weiterdenken
Die Steinkunde verbindet Feldspat mit den wichtigsten Gesteinsarten. Mondstein und Labradorit zeigen optische Effekte innerhalb der Feldspäte; Diorit und Gabbro zeigen die Gruppe im Gesteinsverband.
Feldspat ist keine einzelne Art
Zur Feldspatgruppe gehören Kalifeldspäte sowie die Plagioklas-Reihe zwischen natrium- und calciumreichen Endgliedern. Ihre Eigenschaften ähneln sich, weshalb eine genaue Artbestimmung am Handstück schwierig sein kann.
Farben reichen von weiß und grau über rosa bis grünlich. Rosa allein bedeutet nicht automatisch Kalifeldspat, und weißes Material ist nicht automatisch Plagioklas.
Blockige Form und zwei Spaltungen
Viele Feldspäte zeigen zwei glatte Spaltflächen in annähernd rechtem Winkel. Dadurch wirken Körner blockig. Die Härte liegt meist um Mohs 6: Feldspat kann Glas je nach Probe gerade noch ritzen, wird von Quarz aber geritzt.
Auf Plagioklas-Spaltflächen sind mit Lupe manchmal feine parallele Zwillingsstreifen sichtbar. Kalifeldspat kann andere Zwillingsmuster zeigen, die im Handstück nicht immer klar erkennbar sind.
Feldspat oder Quarz?
Quarz besitzt keine Spaltbarkeit und zeigt eher muscheligen Bruch. In Granit wirkt er häufig grau, leicht durchsichtig und unregelmäßig zwischen den Feldspäten eingepasst.
Feldspat erscheint eher milchig und bildet geradere Flächen. Verwitterung kann ihn stumpf oder kreidig machen, während Quarz oft länger glasig und widerstandsfähig bleibt.
Feldspat Schritt für Schritt prüfen
- 01
Zwei glatte Spaltrichtungen annähernd im rechten Winkel suchen
- 02
Blockige Körner und milchigen bis glasigen Glanz beobachten
- 03
Mit Lupe nach feinen parallelen Zwillingsstreifen suchen
- 04
Quarz über fehlende Spaltbarkeit und muscheligen Bruch ausschließen
Verwechslungen sicherer trennen
| Kandidat | Unterscheidungsmerkmal | Einordnung |
|---|---|---|
| Quarz | Keine Spaltbarkeit, oft muscheliger Bruch | Ohne glatte Spaltflächen eher Quarz |
| Calcit | Deutlich weicher, drei Spaltrichtungen und Säurereaktion | Weich und reaktiv eher Calcit |
| Mondstein/Labradorit | Feldspatvarietäten mit Adulareszenz oder Labradoreszenz | Optischer Schiller grenzt die Varietät ein |
Kurz und eindeutig
Wie erkennt man Feldspat im Gestein?+
Feldspat bildet häufig blockige helle oder rosa Körner mit zwei glatten Spaltrichtungen. Plagioklas kann feine parallele Zwillingsstreifen zeigen.
Was ist der Unterschied zwischen Feldspat und Quarz?+
Feldspat besitzt zwei gute Spaltrichtungen und ist meist etwas weicher. Quarz hat keine Spaltbarkeit und bricht eher muschelig.
Ist Labradorit ein Feldspat?+
Ja. Labradorit gehört zur Plagioklas-Reihe der Feldspäte und kann ein charakteristisches farbiges Schillern zeigen.
Weiter prüfen.
Für die fachliche Einordnung wurden öffentlich zugängliche Lehrmaterialien herangezogen. Die Links führen zu den jeweiligen Originalquellen.
- Freie Universität Berlin: MineralbestimmungMakroskopische Kriterien wie Härte, Strich, Glanz, Bruch und Spaltbarkeit↗
- Ruhr-Universität Bochum: Gesteine und MineraleKursmaterial zu gesteinsbildenden Mineralen und wichtigen Diagnosemerkmalen↗
Makroskopische Merkmale grenzen eine Probe ein, ersetzen aber keine Laboranalyse. Hinweise auf Fehler kannst du über die Kontaktseite melden.