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Körnige Gesteine mit hellen Mineralbestandteilen als Illustration für Feldspat

Silikatgruppe · STEINREICH-LEXIKON

Feldspat bestimmen: Härte, Spaltung & Plagioklas-Streifen

Feldspäte sind eine große Mineralgruppe und die häufigsten Minerale der Erdkruste. Typisch sind Mohshärte etwa 6 und zwei gute Spaltrichtungen, die annähernd rechtwinklig aufeinandertreffen.

STEINREICH Redaktion
Feldspat im Bild: Körnige Gesteine mit hellen Mineralbestandteilen als Illustration für FeldspatBild: STEINREICH · Referenzmotiv; natürliche Fundstücke können abweichen.
KURZANTWORT

Feldspat: das wichtigste Merkmal

Ein helles, blockiges Mineral mit zwei glatten Spaltrichtungen und einer Härte um 6 passt zu Feldspat. Feine parallele Streifen auf einer Spaltfläche können für Plagioklas sprechen.

QUERVERBINDUNG

Im Themenfeld weiterdenken

Die Steinkunde verbindet Feldspat mit den wichtigsten Gesteinsarten. Mondstein und Labradorit zeigen optische Effekte innerhalb der Feldspäte; Diorit und Gabbro zeigen die Gruppe im Gesteinsverband.

01

Feldspat ist keine einzelne Art

Zur Feldspatgruppe gehören Kalifeldspäte sowie die Plagioklas-Reihe zwischen natrium- und calciumreichen Endgliedern. Ihre Eigenschaften ähneln sich, weshalb eine genaue Artbestimmung am Handstück schwierig sein kann.

Farben reichen von weiß und grau über rosa bis grünlich. Rosa allein bedeutet nicht automatisch Kalifeldspat, und weißes Material ist nicht automatisch Plagioklas.

02

Blockige Form und zwei Spaltungen

Viele Feldspäte zeigen zwei glatte Spaltflächen in annähernd rechtem Winkel. Dadurch wirken Körner blockig. Die Härte liegt meist um Mohs 6: Feldspat kann Glas je nach Probe gerade noch ritzen, wird von Quarz aber geritzt.

Auf Plagioklas-Spaltflächen sind mit Lupe manchmal feine parallele Zwillingsstreifen sichtbar. Kalifeldspat kann andere Zwillingsmuster zeigen, die im Handstück nicht immer klar erkennbar sind.

03

Feldspat oder Quarz?

Quarz besitzt keine Spaltbarkeit und zeigt eher muscheligen Bruch. In Granit wirkt er häufig grau, leicht durchsichtig und unregelmäßig zwischen den Feldspäten eingepasst.

Feldspat erscheint eher milchig und bildet geradere Flächen. Verwitterung kann ihn stumpf oder kreidig machen, während Quarz oft länger glasig und widerstandsfähig bleibt.

PRÜFMATRIX

Feldspat Schritt für Schritt prüfen

  1. 01

    Zwei glatte Spaltrichtungen annähernd im rechten Winkel suchen

  2. 02

    Blockige Körner und milchigen bis glasigen Glanz beobachten

  3. 03

    Mit Lupe nach feinen parallelen Zwillingsstreifen suchen

  4. 04

    Quarz über fehlende Spaltbarkeit und muscheligen Bruch ausschließen

DIREKTER VERGLEICH

Verwechslungen sicherer trennen

KandidatUnterscheidungsmerkmalEinordnung
QuarzKeine Spaltbarkeit, oft muscheliger BruchOhne glatte Spaltflächen eher Quarz
CalcitDeutlich weicher, drei Spaltrichtungen und SäurereaktionWeich und reaktiv eher Calcit
Mondstein/LabradoritFeldspatvarietäten mit Adulareszenz oder LabradoreszenzOptischer Schiller grenzt die Varietät ein
HÄUFIGE FRAGEN

Kurz und eindeutig

Wie erkennt man Feldspat im Gestein?+

Feldspat bildet häufig blockige helle oder rosa Körner mit zwei glatten Spaltrichtungen. Plagioklas kann feine parallele Zwillingsstreifen zeigen.

Was ist der Unterschied zwischen Feldspat und Quarz?+

Feldspat besitzt zwei gute Spaltrichtungen und ist meist etwas weicher. Quarz hat keine Spaltbarkeit und bricht eher muschelig.

Ist Labradorit ein Feldspat?+

Ja. Labradorit gehört zur Plagioklas-Reihe der Feldspäte und kann ein charakteristisches farbiges Schillern zeigen.

QUELLENGRUNDLAGE

Weiter prüfen.

Für die fachliche Einordnung wurden öffentlich zugängliche Lehrmaterialien herangezogen. Die Links führen zu den jeweiligen Originalquellen.

Makroskopische Merkmale grenzen eine Probe ein, ersetzen aber keine Laboranalyse. Hinweise auf Fehler kannst du über die Kontaktseite melden.

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Adularisierender Feldspat

Mondstein

Bewege den Stein unter einer einzelnen diffusen Lichtquelle. Bei Mondstein scheint ein weicher Lichtschein unter der Oberfläche zu schweben und über den Stein zu wandern. Dazu müssen Feldspatmerkmale wie Mohshärte 6 bis 6,5, zwei Spaltrichtungen und Glas- bis Perlglanz passen. Der Effekt allein trennt natürlichen Mondstein aber weder sicher von behandeltem Material noch von jeder Imitation.

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Schillernder Plagioklas-Feldspat

Labradorit

Echter Labradorit zeigt häufig ein tief wirkendes, richtungsabhängiges Farbspiel, das sich beim Drehen deutlich verändert. Dazu passen Feldspatmerkmale wie Mohshärte 6 bis 6,5, heller Strich und zwei Spaltrichtungen nahe 90 Grad. Der Schiller allein beweist weder Naturursprung noch fehlende Behandlung; wertvolle Stücke gehören ins gemmologische Labor.

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Optisches Bestimmungsmerkmal

Glanz

Glitzert dein Stein nur in einzelnen Punkten, betrachte die blinkenden Körner mit einer Lupe: dünne spaltbare Blättchen können Glimmer sein, messinggelbe kantige Körner Pyrit und glasige helle Körner Quarz oder Feldspat. Glänzt dagegen eine ganze Fläche, beschreibst du deren Glanzart. Erst Strichfarbe, Härte, Spaltbarkeit, Gefüge und Fundkontext grenzen die Kandidaten belastbar ein.

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Schichtsilikatgruppe

Glimmer

Löst sich ein glänzendes Mineral in sehr dünne, elastische Blättchen, ist Glimmer wahrscheinlich. Helle Blätter passen eher zu Muskovit, dunkle braune bis schwarze eher zu Biotit.

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Magmatisches Tiefengestein

Diorit

Ein richtungsloses, kristallines Schwarz-Weiß-Mosaik mit wenig sichtbarem Quarz passt zu Diorit. Viel Quarz und Kalifeldspat spricht eher für Granit, ein insgesamt dunkleres Gefüge eher für Gabbro.

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Bestimmungsmethode

Spaltbarkeit

Suche nach mehreren glatten, parallelen Flächen, die sich im Stück wiederholen. Ein zufälliger glatter Bruch reicht nicht: Spaltflächen folgen festen Richtungen und treten bei geeigneten Kristallen immer wieder auf.

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