
Magmatisches Tiefengestein · STEINREICH-LEXIKON
Diorit erkennen: Schwarz-weißes Gefüge & Abgrenzung
Diorit ist ein mittel- bis grobkörniges Tiefengestein mit einem häufig schwarz-weiß gesprenkelten Gefüge. Heller Plagioklas trifft dabei auf dunkle Amphibole oder Pyroxene.
Diorit: das wichtigste Merkmal
Ein richtungsloses, kristallines Schwarz-Weiß-Mosaik mit wenig sichtbarem Quarz passt zu Diorit. Viel Quarz und Kalifeldspat spricht eher für Granit, ein insgesamt dunkleres Gefüge eher für Gabbro.
Im Themenfeld weiterdenken
Diorit verbindet hellen Plagioklas mit dunklen Mineralen. Vergleiche Gabbro und Feldspat; deutlicher Schiller einzelner Körner kann zum Labradorit-Themenfeld führen.
Das typische Salz-und-Pfeffer-Bild
Viele Diorite zeigen helle Plagioklase zwischen dunklen Hornblenden, Biotiten oder Pyroxenen. Daraus entsteht ein gesprenkeltes Muster. Die genaue Farbe variiert mit den Mineralanteilen.
Die Minerale sind miteinander verzahnt und meist ohne bevorzugte Richtung angeordnet. Eine deutliche Bänderung würde eher auf metamorphe Überprägung hinweisen.
Entstehung und Stellung
Diorit kristallisiert langsam aus Magma in der Erdkruste. Seine Zusammensetzung liegt grob zwischen quarz- und feldspatreichem Granit und dunklerem Gabbro.
Das vulkanische Gegenstück wird häufig Andesit genannt. Weil vulkanische Gesteine feinkörniger sind, kann die Zuordnung am Handstück dort deutlich schwieriger sein.
Grenzen der Sichtbestimmung
Granodiorit, Diorit und Gabbro bilden keine optisch immer scharf trennbaren Schubladen. Für die genaue Klassifikation werden die Anteile bestimmter Minerale bestimmt.
Bei polierten Platten kommen zusätzlich Handelsnamen ins Spiel. Beschreibe deshalb zuerst objektiv Körnung, Helligkeit, sichtbaren Quarz und gerichtete Strukturen, bevor du einen Namen vergibst.
Weiter prüfen.
Für die fachliche Einordnung wurden öffentlich zugängliche Lehrmaterialien herangezogen. Die Links führen zu den jeweiligen Originalquellen.
- Freie Universität Berlin: Mineral- und GesteinsbestimmungPetrographische Grundlagen und Einordnung von Mineralen und Gesteinen↗
- LMU München: Gesteinsansprache im GeländeSystematische Beschreibung und Unterscheidung der drei Gesteinsgruppen↗
- Ruhr-Universität Bochum: Gesteine und MineraleKursmaterial zu gesteinsbildenden Mineralen und wichtigen Diagnosemerkmalen↗
Makroskopische Merkmale grenzen eine Probe ein, ersetzen aber keine Laboranalyse. Hinweise auf Fehler kannst du über die Kontaktseite melden.