
Vulkanisches Gestein · STEINREICH-LEXIKON
Rhyolith erkennen: Merkmale & Verwechslungen
Rhyolith ist ein meist helles, kieselsäurereiches Vulkangestein. Es kann eine feinkörnige Grundmasse, einzelne größere Kristalle und auffällige Fließbänder besitzen.
Rhyolith: das wichtigste Merkmal
Eine helle, sehr feinkörnige bis dichte Grundmasse mit Quarz- oder Feldspateinsprenglingen passt zu Rhyolith. Lockere Bruchstücke und viele Aschebestandteile sprechen eher für Tuff.
Im Themenfeld weiterdenken
Als helles Vulkangestein gehört Rhyolith zu den magmatischen Gesteinen; ein porphyrisches Gefüge verbindet ihn mit dem historischen Sammelbegriff Porphyr. Im Vergleich mit Bimsstein und Tuff werden Lava, Poren und fragmentäres Auswurfmaterial verständlicher.
Feine Grundmasse, sichtbare Einsprenglinge
Rhyolithische Lava ist zähflüssig und kühlt an der Oberfläche rasch ab. Die Grundmasse bleibt deshalb sehr feinkörnig oder teilweise glasig. Zuvor gewachsene Quarz- und Feldspatkristalle können als Einsprenglinge erhalten sein.
Fließbänder entstehen, wenn unterschiedlich zusammengesetzte oder unterschiedlich blasenreiche Bereiche in der zähen Lava gedehnt werden. Sie können gerade, wellig oder gefaltet erscheinen.
Warum Rhyolith häufig hell ist
Die Schmelze enthält relativ viel Silizium sowie Alkali- und Feldspatkomponenten und weniger dunkle mafische Minerale. Viele Rhyolithe erscheinen deshalb hell, doch Eisenoxide oder Glasanteile können rötliche, braune oder dunklere Farben erzeugen.
Farbe bleibt ein Hilfsmerkmal. Eine mineralogische Einordnung verlangt zusätzlich Textur, Einsprenglinge und geologischen Zusammenhang.
Rhyolith, Granit oder Tuff?
Granit besitzt eine ähnliche chemische Grundrichtung, ist durch langsame Abkühlung aber grobkörnig. Rhyolith ist sein feinkörniges vulkanisches Gegenstück.
Tuff besteht aus abgelagertem vulkanischem Auswurfmaterial und kann Bruchstücke, Aschelagen oder eine körnig-fragmentäre Struktur zeigen. Zwischen verschweißtem Tuff und rhyolithischer Lava kann die Feldbestimmung dennoch anspruchsvoll sein.
Weiter prüfen.
Für die fachliche Einordnung wurden öffentlich zugängliche Lehrmaterialien herangezogen. Die Links führen zu den jeweiligen Originalquellen.
- Freie Universität Berlin: Mineral- und GesteinsbestimmungPetrographische Grundlagen und Einordnung von Mineralen und Gesteinen↗
- LMU München: Gesteinsansprache im GeländeSystematische Beschreibung und Unterscheidung der drei Gesteinsgruppen↗
- Ruhr-Universität Bochum: Gesteine und MineraleKursmaterial zu gesteinsbildenden Mineralen und wichtigen Diagnosemerkmalen↗
Makroskopische Merkmale grenzen eine Probe ein, ersetzen aber keine Laboranalyse. Hinweise auf Fehler kannst du über die Kontaktseite melden.