
Vulkanisches Glas · STEINREICH-LEXIKON
Obsidian erkennen: Glasiger Bruch & echte Merkmale
Obsidian ist natürliches vulkanisches Glas. Er besitzt gewöhnlich ein dichtes, glasiges Gefüge und bricht muschelig mit sehr scharfen Kanten; große Gasblasen passen eher zu Schlacke oder Bims.
Obsidian: das wichtigste Merkmal
Glasiger Glanz, muschelige Bruchflächen und fehlende sichtbare Kristalle passen zu Obsidian. Fundort und innere Struktur müssen mitbetrachtet werden, weil schwarzes Industrieglas sehr ähnlich sein kann.
Im Themenfeld weiterdenken
Bei vulkanischen oder glasig brechenden Stücken helfen die direkten Vergleiche mit Feuerstein, Bimsstein und Rhyolith.
Warum Obsidian wie Glas aussieht
Kieselsäurereiche Lava kann so schnell abkühlen, dass sich kaum geordnete Kristalle bilden. Die erstarrte Masse besitzt deshalb keine typische mineralische Kristallstruktur und verhält sich beim Bruch ähnlich wie technisches Glas.
Viele Obsidiane sind schwarz oder dunkelbraun. Dünne Kanten können jedoch durchscheinend wirken. Fließbänder, kleine Einschlüsse oder ein silbriger beziehungsweise goldener Schimmer kommen vor, sind aber keine Pflichtmerkmale.
Muscheliger Bruch und scharfe Kanten
Ein frischer Bruch zeigt gebogene, muschelähnliche Flächen mit konzentrischen Linien. Die Kanten können extrem scharf sein. Deshalb sollte ein Verdachtsstück nicht ungeschützt angeschlagen oder über sichtbare Flächen gekratzt werden.
Obsidian ist kein einzelnes Mineral und besitzt keine Spaltbarkeit. Mit der Zeit kann vulkanisches Glas entglasen und mikroskopische Kristalle bilden; ältere Stücke wirken dann weniger einheitlich glasig.
Obsidian oder Schlacke?
Industrieschlacke enthält häufig zahlreiche Blasen, metallische Einschlüsse, farbige Schlieren oder unregelmäßig angeschmolzene Bereiche. Obsidian kann Bläschen besitzen, ist aber oft dichter und strukturell gleichmäßiger.
Der Fundkontext ist entscheidend. Ein Stück nahe Bahndämmen, Hüttenwerken oder verfüllten Flächen ist eher verdächtig auf technisches Material. Eine sichere Herkunftsbestimmung allein anhand eines Fotos ist nicht möglich.
Weiter prüfen.
Für die fachliche Einordnung wurden öffentlich zugängliche Lehrmaterialien herangezogen. Die Links führen zu den jeweiligen Originalquellen.
- Freie Universität Berlin: Mineral- und GesteinsbestimmungPetrographische Grundlagen und Einordnung von Mineralen und Gesteinen↗
- LMU München: Gesteinsansprache im GeländeSystematische Beschreibung und Unterscheidung der drei Gesteinsgruppen↗
- Ruhr-Universität Bochum: Gesteine und MineraleKursmaterial zu gesteinsbildenden Mineralen und wichtigen Diagnosemerkmalen↗
Makroskopische Merkmale grenzen eine Probe ein, ersetzen aber keine Laboranalyse. Hinweise auf Fehler kannst du über die Kontaktseite melden.