
Kieseliges Sedimentgestein · STEINREICH-LEXIKON
Feuerstein erkennen: Muscheliger Bruch, Rinde & Funken
Feuerstein ist eine dichte, mikrokristalline Form von Kieselsäure, die häufig als Knollen in Kreide und Kalkstein vorkommt. Er bricht muschelig und bildet sehr scharfe Kanten.
Feuerstein: das wichtigste Merkmal
Dichter Aufbau, wachsig bis matter Glanz, muschelige Bruchflächen und eine mögliche helle Außenrinde passen zu Feuerstein. Die Rinde fehlt an abgerollten oder vollständig gebrochenen Stücken häufig.
Im Themenfeld weiterdenken
Feuerstein und Obsidian können beide muschelig brechen; ein natürlich durchlochter Feuerstein wird häufig Hühnergott genannt. In Kreideablagerungen kann Feuerstein außerdem einen fossilen Seeigel einschließen, während ein scharfer Splitter ohne Krone und Wurzel kein fossiler Haifischzahn ist. Mehrere Merkmale zusammen machen die Steinbestimmung belastbar.
Dicht, hart und fein aufgebaut
Die Quarzkristalle im Feuerstein sind so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht getrennt erscheinen. Das Material wirkt homogen und kann schwarz, grau, braun oder beige sein. Dünne Kanten sind teilweise durchscheinend.
Eine matte bis wachsige Oberfläche ist häufig. Frische Bruchflächen können glatter und glänzender wirken. Die helle, kreidige Rinde entsteht an der Grenze zum umgebenden Karbonatgestein.
Muscheliger Bruch
Wie Obsidian und technisches Glas bricht Feuerstein in gebogenen Flächen mit scharfen Schneiden. Diese Eigenschaft machte ihn zu einem wichtigen Rohstoff für prähistorische Werkzeuge.
Beim Anschlagen können Splitter gefährlich scharf werden. Ein Funkentest oder unkontrolliertes Zerschlagen ist für die private Bestimmung unnötig und kann Fundstücke sowie Augen und Hände beschädigen.
Feuerstein, Hornstein oder Glas?
Hornstein ist der breitere Begriff für dichte kieselige Gesteine; Feuerstein bezeichnet häufig die knollige Variante aus Kreide- und Kalksteinen. Die Grenze der Begriffe wird je nach geologischem Kontext unterschiedlich verwendet.
Technisches Glas ist oft gleichmäßiger glasig und kann Fließlinien oder künstliche Oberflächen zeigen. Fundort, Außenrinde und das mikrokristalline Erscheinungsbild liefern gemeinsam die bessere Einordnung.
Weiter prüfen.
Für die fachliche Einordnung wurden öffentlich zugängliche Lehrmaterialien herangezogen. Die Links führen zu den jeweiligen Originalquellen.
- Freie Universität Berlin: Mineral- und GesteinsbestimmungPetrographische Grundlagen und Einordnung von Mineralen und Gesteinen↗
- LMU München: Gesteinsansprache im GeländeSystematische Beschreibung und Unterscheidung der drei Gesteinsgruppen↗
- Ruhr-Universität Bochum: Gesteine und MineraleKursmaterial zu gesteinsbildenden Mineralen und wichtigen Diagnosemerkmalen↗
Makroskopische Merkmale grenzen eine Probe ein, ersetzen aber keine Laboranalyse. Hinweise auf Fehler kannst du über die Kontaktseite melden.