
Bleisulfidmineral · STEINREICH-LEXIKON
Galenit bestimmen: Gewicht, Spaltung & Sicherheit
Galenit, auch Bleiglanz, ist Bleisulfid mit bleigrauem Metallglanz. Auffällig sind sein für die Größe sehr hohes Gewicht, Mohshärte etwa 2,5 und die vollkommene kubische Spaltung.
Galenit (Bleiglanz): das wichtigste Merkmal
Ein bleigraues, metallisch glänzendes und überraschend schweres Stück mit rechtwinkligen Spaltflächen passt zu Galenit. Weil es Blei enthält, wird es weder geritzt, angeschliffen noch als Strichprobe pulverisiert. Nach dem Anfassen Hände reinigen und das Stück geschlossen sowie außer Reichweite von Kindern lagern.
Im Themenfeld weiterdenken
Galenit verbindet Bleiglanz, sehr hohe Dichte und kubische Spaltbarkeit. Strichfarbe und der direkte Vergleich mit Pyrit, Hämatit und Magnetit grenzen metallisch wirkende Proben weiter ein.
Metallglanz und ungewöhnlich hohe Dichte
Frischer Galenit ist bleigrau bis silbergrau und stark metallisch glänzend. Kristalle und Bruchstücke zeigen häufig würfelige Formen. Drei vollkommene Spaltrichtungen treffen rechtwinklig aufeinander und erzeugen treppenartige Flächen; verwitterte Oberflächen können dagegen matt oder dunkel angelaufen sein.
Mit einer Dichte um 7,5 fühlt sich Galenit für seine Größe außergewöhnlich schwer an. Dieser Eindruck ist ein besonders nützliches, zerstörungsfreies Merkmal. Vergleiche nur ähnlich große Stücke in der Hand und sichere schwere Proben gegen Herunterfallen, denn das Mineral ist spröde und Spaltstücke können scharfkantig sein.
Verwechslungen ohne Pulvertest trennen
Graphit kann ebenfalls grau und metallisch wirken, ist aber viel leichter, fettig und so weich, dass er leicht auf Papier abfärbt. Molybdänit bildet eher biegsame, blättrige Aggregate und ist ebenfalls deutlich leichter. Magnetit ist schwarz, härter und reagiert gewöhnlich auf einen Magneten.
Pyrit besitzt eine messinggelbe statt bleigraue Farbe und ist wesentlich härter. Lötzinn, Schlacke und technische Metallreste können im Fundkontext täuschen. Wenn Dichte, Form und Oberfläche nicht zusammenpassen, sollte die Probe nicht weiter mechanisch bearbeitet, sondern fachkundig untersucht werden.
Bleihaltige Probe sicher sammeln
Galenit enthält Blei. Das größte vermeidbare Risiko entsteht, wenn durch Sägen, Schleifen, Bohren, Bürsten oder Strichtests feiner Staub erzeugt und anschließend eingeatmet oder verschluckt wird. Deshalb bleibt die Bestimmung auf Sicht, Gewicht und bereits vorhandene Spaltflächen beschränkt; Essen und Trinken gehören nicht an den Arbeitsplatz.
Bewahre das Stück in einer geschlossenen, beschrifteten Dose außerhalb der Reichweite von Kindern auf und reinige nach der Handhabung Hände sowie Arbeitsfläche. Stark zerfallende oder staubige Proben gehören in fachkundige Hände. Für eine zerstörungsfreie Bestätigung eignen sich im Labor beispielsweise Röntgendiffraktometrie oder Raman- beziehungsweise Röntgenfluoreszenzanalyse.
Weiter prüfen.
Für die fachliche Einordnung wurden öffentlich zugängliche Lehrmaterialien herangezogen. Die Links führen zu den jeweiligen Originalquellen.
- University of Minnesota: GalenaPhysikalische Diagnosemerkmale, kubische Spaltung, Härte und sehr hohe Dichte↗
- Mineralogical Society of America: Handbook of Mineralogy – GalenaMineralogische Referenzdaten zu Zusammensetzung, Kristallform, Spaltbarkeit und Dichte↗
- CDC/NIOSH: Understanding Your Risk for Lead ExposureAktuelle Behördenhinweise zu bleihaltigem Staub, Aufnahmewegen und riskanten Bearbeitungsverfahren↗
Makroskopische Merkmale grenzen eine Probe ein, ersetzen aber keine Laboranalyse. Hinweise auf Fehler kannst du über die Kontaktseite melden.