
Metamorphes Gestein · STEINREICH-LEXIKON
Quarzit erkennen: Härte, Gefüge & Unterschied zu Sandstein
Quarzit entsteht meist aus quarzreichem Sandstein. Durch Metamorphose wachsen die Quarzkörner fest zusammen, wodurch ein sehr hartes, dichtes Gestein entsteht.
Quarzit: das wichtigste Merkmal
Quarzit ritzt Glas und bricht häufig durch die Quarzkörner statt um sie herum. Ein sandiges Gefühl und herauslösbare Körner sprechen eher für Sandstein.
Im Themenfeld weiterdenken
Die Steinkunde ordnet Quarzit als metamorphes Gestein ein. Für die Bestimmung wird er über verzahnte Quarzkörner, Härte, Bruch und Glasglanz eingegrenzt; der direkte Vergleich mit Sandstein sowie mit Quarzitgeröll in einem Konglomerat bleibt entscheidend.
Ein fest verschweißtes Quarzmosaik
Unter Druck und Temperatur rekristallisieren die Quarzkörner eines Sandsteins und wachsen an ihren Grenzen zusammen. Ursprüngliche Poren und Bindemittel verschwinden weitgehend. Das Gestein wird dicht und widerstandsfähig.
Reiner Quarzit kann weiß bis grau sein. Eisenoxide erzeugen gelbe, rote oder braune Töne; andere Minerale können grünliche oder dunkle Varianten bilden.
Härte und Bruchbild
Da Quarz Mohshärte 7 besitzt, ritzt Quarzit gewöhnliches Glas. Ein frischer Bruch schneidet oft durch das gesamte Korngefüge. Dadurch wirkt die Fläche kompakter als bei vielen Sandsteinen.
Härteproben sollten an einer unauffälligen Stelle stattfinden. Glasritzen allein beweist keinen Quarzit, denn auch andere quarzreiche Materialien können denselben Test bestehen.
Quarzit oder Sandstein?
Bei Sandstein sind einzelne Körner häufig klar begrenzt und können an verwitterten Kanten herausbrechen. Der Bruch folgt eher dem Bindemittel um die Körner. Quarzit zeigt stärker verzahnte Grenzen.
Manche sehr hart zementierten Sandsteine nähern sich optisch dem Quarzit. Fundort, Dünnschliff oder Laboranalyse können nötig sein, wenn die genaue geologische Benennung wichtig ist.
Quarzit Schritt für Schritt prüfen
- 01
Mit Lupe prüfen, ob Quarzkörner fest verzahnt statt nur verkittet sind
- 02
Frischen Bruch ansehen: Er läuft häufig durch statt um ehemalige Sandkörner
- 03
Hohe Härte als Hinweis nutzen, aber nicht allein entscheiden
- 04
Schichtung, Glimmerlagen und Fundkontext dokumentieren
Verwechslungen sicherer trennen
| Kandidat | Unterscheidungsmerkmal | Einordnung |
|---|---|---|
| Sandstein | Einzelne Körner klar begrenzt; Bruch läuft häufiger um Körner | Lockerer Kornverband eher Sandstein |
| Gneis | Deutliche Hell-Dunkel-Bänder und mehrere sichtbare Mineralarten | Gebändertes Mischgefüge eher Gneis |
| Massiver Quarz | Homogene Quarzmasse ohne erkennbare ehemalige Kornstruktur | Kann ohne Dünnschliff schwer trennbar sein |
Kurz und eindeutig
Woran erkennt man echten Quarzit?+
Typisch sind ein sehr hartes, dicht verzahntes Quarzgefüge und ein Bruch, der durch das Kornmosaik läuft.
Was ist der Unterschied zwischen Quarzit und Sandstein?+
Sandstein bewahrt einzelne verkittete Sandkörner. Bei Quarzit sind die Quarzkörner rekristallisiert und stärker verzahnt.
Welche Farbe hat Quarzit?+
Reiner Quarzit ist oft weiß bis grau; Beimengungen können gelbe, rote, grüne oder dunklere Farbtöne erzeugen.
Weiter prüfen.
Für die fachliche Einordnung wurden öffentlich zugängliche Lehrmaterialien herangezogen. Die Links führen zu den jeweiligen Originalquellen.
- Freie Universität Berlin: Mineral- und GesteinsbestimmungPetrographische Grundlagen und Einordnung von Mineralen und Gesteinen↗
- LMU München: Gesteinsansprache im GeländeSystematische Beschreibung und Unterscheidung der drei Gesteinsgruppen↗
- Ruhr-Universität Bochum: Gesteine und MineraleKursmaterial zu gesteinsbildenden Mineralen und wichtigen Diagnosemerkmalen↗
Makroskopische Merkmale grenzen eine Probe ein, ersetzen aber keine Laboranalyse. Hinweise auf Fehler kannst du über die Kontaktseite melden.