
Sedimentgestein · STEINREICH-LEXIKON
Sandstein erkennen: Körner, Schichtung & Bindemittel
Sandstein besteht überwiegend aus miteinander verkitteten Sandkörnern. Sicht- oder fühlbare Körner und eine mögliche Schichtung sind wichtige Hinweise, die Farbe allein ist dagegen unzuverlässig.
Sandstein: das wichtigste Merkmal
Sind einzelne sandgroße Körner sichtbar, lösen sich an verwitterten Stellen Körnchen und zeigt das Stück Schichten, liegt Sandstein nahe. Ein sehr hartes, dicht verwachsenes Quarzgefüge spricht eher für Quarzit.
Im Themenfeld weiterdenken
Für eine belastbare Gesteinsansprache vergleiche Sandstein mit Quarzit, Konglomerat oder Brekzie und fragmentreichem Tuff. Vorherrschende Korngröße, Rundung und Matrix trennen die klastischen Gesteine; calcitisches Bindemittel lässt sich vorsichtig über einen Säuretest eingrenzen.
Körner statt einheitlicher Masse
Bei vielen Sandsteinen lassen sich einzelne Körner mit bloßem Auge oder einer Lupe erkennen. Sie können rundlich oder kantig, gut sortiert oder sehr unterschiedlich groß sein. Zwischen ihnen liegt ein Bindemittel, häufig aus Kieselsäure, Calcit oder Eisenverbindungen.
Rote, gelbe, graue und nahezu weiße Sandsteine sind möglich. Eisenoxide färben viele Varianten rötlich, doch dieselbe Farbe kommt auch bei anderen Gesteinen vor. Aussagekräftiger sind Korngröße, Kornform und Zusammenhalt.
Vom lockeren Sand zum Gestein
Sand wird abgelagert, überdeckt und verdichtet. Mineralreiche Porenwässer fällen Stoffe zwischen den Körnern aus und verkleben sie. Dieser Prozess heißt Zementation und macht aus lockerem Sediment festen Sandstein.
Schrägschichtung, Rippelmarken oder wechselnde Korngrößen können frühere Strömungen, Dünen oder Küstenbedingungen dokumentieren. Ein Fundstück ohne bekannten Fundort erlaubt jedoch nur eine vorsichtige Rekonstruktion.
Sandstein, Quarzit oder Beton?
Bei Sandstein verlaufen Brüche häufig um einzelne Körner herum; bei Quarzit brechen sie eher durch die fest verwachsenen Quarzkörner. Quarzit wirkt deshalb meist dichter und ist sehr widerstandsfähig.
Beton kann ebenfalls sandige Körner enthalten, zeigt aber oft künstliche Zuschläge, Poren oder eine gleichmäßige Zementmatrix. Bei Bau- und Gartensteinen ist der Fundkontext besonders wichtig, weil natürliche und technische Materialien nebeneinander vorkommen.
Weiter prüfen.
Für die fachliche Einordnung wurden öffentlich zugängliche Lehrmaterialien herangezogen. Die Links führen zu den jeweiligen Originalquellen.
- Freie Universität Berlin: Mineral- und GesteinsbestimmungPetrographische Grundlagen und Einordnung von Mineralen und Gesteinen↗
- LMU München: Gesteinsansprache im GeländeSystematische Beschreibung und Unterscheidung der drei Gesteinsgruppen↗
- Ruhr-Universität Bochum: Gesteine und MineraleKursmaterial zu gesteinsbildenden Mineralen und wichtigen Diagnosemerkmalen↗
Makroskopische Merkmale grenzen eine Probe ein, ersetzen aber keine Laboranalyse. Hinweise auf Fehler kannst du über die Kontaktseite melden.