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Seidig schimmernde Mineraloberfläche als Illustration für den Lichtreflex von Tigerauge

Faserige Quarzvarietät · STEINREICH-LEXIKON

Tigerauge bestimmen: Lichtband, Farbe & Echtheit

Tigerauge ist ein goldbraunes, faserig aufgebautes Quarzmaterial mit Chatoyance: Unter einer einzelnen Lichtquelle wandert ein heller Streifen über die polierte Oberfläche.

STEINREICH Redaktion
Tigerauge im Bild: Seidig schimmernde Mineraloberfläche als Illustration für den Lichtreflex von TigeraugeBild: STEINREICH · Referenzmotiv; natürliche Fundstücke können abweichen.
KURZANTWORT

Tigerauge: das wichtigste Merkmal

Typisches Tigerauge zeigt parallel verlaufende goldene bis braune Bänder und ein Lichtband, das sich beim Kippen quer zur Faserrichtung bewegt. Dazu passen Quarzhärte und ein dichtes Gefühl. Ein starrer, perfekt gleichmäßiger Lichtstreifen oder sichtbare Gussmerkmale sprechen eher für eine Imitation.

QUERVERBINDUNG

Im Themenfeld weiterdenken

Das wandernde Lichtband ist eine besondere Glanzerscheinung und trennt Tigerauge von vielen Quarzvarietäten; vergleiche dennoch Achat, Rosenquarz und Bergkristall.

01

Das wandernde Band richtig beobachten

Lege das Stück unter eine einzelne kleine Lichtquelle und kippe es langsam. Bei Tigerauge entsteht durch parallel ausgerichtete faserige Bestandteile ein seidiges, helles Band, das über die gewölbte oder polierte Fläche wandert. Diffuses Raumlicht zeigt den Effekt schwächer; mehrere Lampen erzeugen mehrere Reflexe und erschweren die Beurteilung.

Die Wirkung ist meist nicht überall identisch. Natürliche Bänder können ihre Breite, Helligkeit und Richtung leicht ändern. Rohstücke wirken deutlich unscheinbarer als Cabochons, weil erst eine passend orientierte, gewölbte Politur das Katzenauge bündelt.

02

Quarz, Fasern und Eisenfarbe

Mineralogische Untersuchungen beschreiben Tigerauge als säulenförmig polykristallinen Quarz mit orientierten, veränderten Amphibolnadeln. Die faserigen Einschlüsse erzeugen den Schimmer; Eisenoxide und Eisenhydroxide tragen zur goldbraunen Farbe bei. Weniger stark verändertes, blaues Material wird Falken- oder Habichtsauge genannt.

Die Entstehung wurde lange vereinfacht als vollständiger Ersatz von Krokydolith durch Quarz erklärt. Eine mikroskopische Studie der Pennsylvania State University deutet südafrikanisches Material dagegen als wiederholtes Rissöffnen und gemeinsames Mineralwachstum. Deshalb ist eine vorsichtige Beschreibung genauer als die pauschale Formel „Quarz ersetzt Asbest“.

03

Imitationen erkennen und sicher behandeln

Faseroptisches Glas kann ein auffällig scharfes Katzenauge zeigen. Seine Struktur wirkt oft sehr regelmäßig, während natürliches Tigerauge körnige Übergänge und ungleichmäßige Bänder besitzt. Gefärbte Stücke können unnatürlich kräftig blau, grün oder pink erscheinen; Farbe in Rissen oder Bohrlöchern ist ein weiterer Hinweis, aber kein alleiniger Beweis.

Intakte polierte Stücke müssen für die Bestimmung nicht beschädigt werden. Unbekanntes faseriges Rohmaterial sollte weder trocken gesägt noch geschliffen oder zerstoßen werden, weil dabei einatembarer Mineralstaub entsteht. Für wertvolle Stücke oder eine sichere Aussage zu Färbung und Materialart sind Mikroskopie und Spektroskopie im Fachlabor geeigneter.

QUELLENGRUNDLAGE

Weiter prüfen.

Für die fachliche Einordnung wurden öffentlich zugängliche Lehrmaterialien herangezogen. Die Links führen zu den jeweiligen Originalquellen.

Makroskopische Merkmale grenzen eine Probe ein, ersetzen aber keine Laboranalyse. Hinweise auf Fehler kannst du über die Kontaktseite melden.

Im selben Themenfeld

Chalcedon-Varietät

Achat

Feine, durchgehende Bänder in einem dichten, harten und teils durchscheinenden Material passen zu Achat. Sehr grelle, gleichmäßig in Risse eingedrungene Farben können auf Färbung hinweisen.

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Farblose Quarzvarietät

Bergkristall

Bergkristall ist Quarz und hat Mohshärte 7. Er ritzt gewöhnliches Glas, wird von einem Stahlnagel oder Messer nicht leicht geritzt, besitzt keine deutliche Spaltbarkeit und bricht muschelig. Runde Blasen, Fließlinien oder Gussnähte sprechen eher für Glas.

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Quarzvarietät

Rosenquarz

Ein dichtes, rosa bis milchig-rosa Stück, das Glas ritzt, selbst von einer Stahlklinge kaum geritzt wird und keine glatten Spaltflächen zeigt, passt zu Rosenquarz. Farbe allein beweist nichts: Blasen, Gussnähte oder ein ungewöhnlich geringes Gewicht sprechen eher für Glas oder Kunstharz.

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Quarzvarietät

Amethyst

Violette Farbe, Quarzhärte, muscheliger Bruch und eine sechsseitige Kristallform passen zu Amethyst. Blasen oder sehr gleichmäßige Farbschlieren sprechen eher für Glas.

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Bestimmungsmethode

Mohshärte

Teste vorsichtig an einer unauffälligen, frischen Stelle: Hinterlässt ein Prüfmaterial eine bleibende Furche statt nur Abrieb, ist es härter als die Probe. Wiederhole den Vergleich in beide Richtungen und kombiniere ihn mit weiteren Merkmalen.

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Bestimmungsmethode

Bruch

Betrachte eine vorhandene frische Trennfläche im Streiflicht. Gebogene, schalenförmige Linien sprechen für muscheligen Bruch; wiederholt ebene, parallele Flächen eher für Spaltbarkeit.

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